Trockenübungen

 

Denk nicht immer an Dich, denk auch an andere“

Einer für alle, alle für einen“

Der einzelne ist nichts, die Gemeinschaft alles“

Die Moral unserer Tage treibt manchmal eigenartige Blüten.

Obwohl man in der Ellenbogengesellschaft Egoismus als Tugend hochhält, werden Appelle an Gemeinschaftssinn und Korpsgeist laut, wo immer ein einzelner Mensch seinen Weg gehen will.

Individualität ist, wie mir scheint, doch keine besonders geschätzte Eigenschaft. Und da komme ich und will mich mit einer Geschäftsidee tatsächlich selbständig machen – ist das nicht ziemlich vermessen?

Warum sollte ausgerechnet ich Erfolg haben, wo doch Jahr für Jahr tausende von Firmen pleite gehen?

Um Himmels willen kann ich mir solch einen Schritt überhaupt finanziell leisten?

 

In der Tat, allzu konstruktiv waren die Kommentare nicht, die ich als angehender Existenzgründer von meiner Umgebung zu hören bekam. Die skeptische bis ablehnende Haltung der lieben Menschen gegenüber wagemutigen Leuten wie mir, resultiert fast immer aus einer Mischung aus Neid und Bewunderung. Denn keiner, dem der Sprung in die Selbstständigkeit bereits geglückt ist, wird Dir von Deinem Vorhaben grundsätzlich abraten. (Allenfalls gibt es von dieser Seite Detailkritik zu grundsätzlichem wie Finanzierungsfragen zu hören.)

Auch wenn es manchen nicht passt: es gibt (zum Glück!) Menschen, die nicht ihr ganzes Leben nur Arbeitnehmer sein wollen. Die “ relative“ Sicherheit eines geregelten Einkommens bezahlen die meisten mit einem ebenso geregelten, ja langweiligen Leben. Dabei gibt es zwischen Wiege und Bahre doch weit aufregendere (ich sage bewusst nicht bessere) Dinge als Lohnsteuerkarte, Feierabend und Rentenanspruch.

Da liegt der Verdacht nahe, dass die meisten sogenannten guten Ratschläge nichts anderes als Unkenrufe sind, frei nach dem Motto:“Runter kommen sie immer“

 

Je näher der Zeitpunkt der Realisierung meiner Pläne kam, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich allein auf mich gestellt war. Ich kalkulierte am Anfang keine fremde Hilfe ein. Es klingt zwar abgedroschen, ist aber wahr: Im Glück hat man viele Freunde, in der Not ist man allein.
Nicht immer. Aber fast immer.

Worauf ich hinaus will: Selbstständigkeit heißt immer auch Verantwortung übernehmen. Von nun an musste man sich selbst inspirieren und anfeuern, sich Leistung abfordern und seine eigene Prüfinstanz sein. Jeden Tag aufs Neue. Ebenso setzte man sich Maßstäbe für den Erfolg seiner Arbeit, der sich später
in Euro und Cent ausdrücken lässt. Selbstständige Entscheidungen treffen und in Taten umsetzen, das lernte ich schnell. Die Umstände und Schwierigkeiten, denen ich entlang des Wegs begegnete halfen mir dabei.

Falsche Bescheidenheit gibt es nicht! In meinem Leben spiele ich allein die Hauptrolle. Sich selbst als „VIP“, oder gar als „MIP“ (Most Important Person) anzusehen, bedeutete dabei nicht zwangsläufig, dass ich die Nebendarsteller und Statisten in meinem Leben arrogant behandelte. Ich dachte nicht: „Ich
da oben, ihr da unten.“

Der wahre Grund für all die „Warnungen“ die ich jetzt so häufig und ungebeten von allen Seiten erhielt, waren leise Ahnung jener, die sich weiterhin den
Defiziten des eigenen Lebens wehrlos ergaben, dass ich auf einen besseren erfolgreicheren Weg sein könnte.

 

Also sorgte ich dafür, dass diese Ahnungen Wirklichkeit wurden.

 

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